360 Kilometer pures Radvergnügen – Die Bscheidls radeln von der Isarquelle bis nach Zwiesel
“A reines Hobby halt.” Mit diesem einfachen Motto machten sich Marco, Tom und Moritz Bscheidl auf zu einem ganz besonderen Abenteuer. Kein Wettkampf, keine Startnummer, keine Zeitvorgabe – einfach zwei Tage auf dem Rad, die Natur genießen und gemeinsam eine außergewöhnliche Tour erleben.
Der Startschuss fiel in Klais, von wo aus es zunächst nach Mittenwald ging. Dort begann der erste Höhepunkt der Reise: die rund 25 Kilometer lange Auffahrt entlang der jungen Isar bis zu ihrer Quelle bei Scharnitz. Bei strahlendem Sonnenschein zeigte sich das Karwendelgebirge von seiner schönsten Seite. Das türkis schimmernde Wasser, die imposanten Berggipfel und die unberührte Natur machten bereits die ersten Kilometer zu einem echten Erlebnis. Kaum zu glauben, dass aus diesem kleinen Quellbach einmal einer der bedeutendsten Flüsse Bayerns wird.
Nach dem obligatorischen Erinnerungsfoto an der Isarquelle begann die eigentliche Reise: Immer dem Verlauf der Isar folgend führte der Isarradweg durch eine beeindruckende Landschaft zurück nach Mittenwald. Nach rund 50 Kilometern wartete dort bereits die erste wohlverdiente Stärkung – ein deftiger Schweinebraten, der die Energiespeicher für die kommenden Stunden wieder auffüllte.
Frisch gestärkt ging es weiter durch das Oberland. Über Bad Tölz, bekannt für seine historische Marktstraße und die herrliche Lage an der Isar, führte die Strecke nach Wolfratshausen, wo Loisach und Isar zusammenfließen. Kilometer um Kilometer rollten die drei auf bestens ausgebauten Radwegen dem ersten Etappenziel entgegen.
Mit der Landeshauptstadt München war nach knapp 170 Kilometern das Ziel des ersten Tages erreicht. Müde Beine, aber jede Menge gute Laune – schließlich wartete am nächsten Morgen bereits die zweite Hälfte des Abenteuers.
Früh am Morgen hieß es wieder: Aufsteigen und weiterradeln. Über Freising mit seinem Domberg, weiter durch Moosburg und die niederbayerische Hauptstadt Landshut mit der imposanten Burg Trausnitz, führte die Route entlang der Isar durch das fruchtbare Isartal. Hinter Dingolfing und Landau an der Isar änderte sich langsam die Landschaft. Die weiten Ebenen machten Platz für die ersten Hügel des Bayerischen Waldes. Über Plattling erreichten die drei schließlich Deggendorf, das Tor zum Bayerischen Wald.
Nach über 330 Kilometern verabschiedete sich Moritz von der Tour und trat den letzten Abschnitt bequem mit der Waldbahn nach Zwiesel an. Für Marco und Tom war das allerdings keine Option. Vor ihnen lag noch einmal eine echte Herausforderung: die Auffahrt über die Rusel.
Die Devise war eindeutig: „Jetzt müss ma a nimmer spoan.“ Noch einmal hieß es, alle Reserven mobilisieren und Meter für Meter bergauf kämpfen. Die Beine wurden schwerer, doch das Wissen, dass Zwiesel immer näher rückte, sorgte für die nötige Motivation.
Nach insgesamt 360 Kilometern – davon rund 190 Kilometer am zweiten Tag – rollten Marco und Tom schließlich glücklich und sichtlich zufrieden in Zwiesel ein. Hinter ihnen lagen zwei unvergessliche Tage auf überwiegend Schotterwegen, Gravelroads und Radwegen entlang eines der schönsten Flüsse Bayerns.
Die Tour zeigte einmal mehr, dass man keine Rennveranstaltung braucht, um große Abenteuer zu erleben. Zwei Brüder, ein Sohn, drei Fahrräder und jede Menge gemeinsame Zeit – manchmal entstehen genau daraus die schönsten Geschichten.
Oder wie die drei selbst sagen würden:
„A reines Hobby halt.“